Interview mit Andreas Ewald über seine ganz eigene Detox-Strategie und Erfahrungen während des dreiwöchigen Fastens

Viele nutzen den Jahresbeginn, um mit einer Detox-Kur Körper und Geist von den Einflüssen der strapaziösen und genussreichen Feiertage des alten Jahres zu befreien, die eigene Fitness zu verbessern und das Wohlbefinden zu steigern. So auch Andreas Ewald, 37 Jahre und aus Horneburg, Geschäftsführer der Werbeagentur visi.on GmbH und großer Sportfan. Seine letzte große Extremerfahrung: Der gemeinsame Wüstenlauf mit Joey Kelly und Stern TV über 441 km! Auch wenn er sich bewusst kohlenhydratarm und rohkostlastig ernährt, sind auch an ihm die Festtage nicht spurlos vörrüber gegangen…

Herr Ewald, wie kamen Sie zu der Idee, drei Wochen zu fasten?

Ich habe das schon des Öfteren gemacht, erstmals in dieser Form 1999. Gerade zu Jahresende wird man träge, die Fitness lässt nach und die Feiertage wirken sich eindeutig auf den Bauchumfang aus. Dagegen wollte ich etwas tun. Da ich eher ein intuitiver Typ bin, probiere ich verschiedene Sachen aus und diese Kur hat mir einfach gut getan. Daher mache ich das auch bereits seit vier Jahren regelmäßig.

Wie sah Ihre Fasten-Kur genau aus?

 Also zunächst wurde am 31. noch einmal nach allen Regeln der Kunst geschlemmt. Ab 1. Januar gab es dann für drei Wochen –bis heute – nur ein bis zwei Hände voll Rohkost am Tag und außerdem viel Wasser und ein paar Tassen ungesüßten Früchtetee. In diesem Jahr habe ich auch das erste Mal vollständig auf Kaffee verzichtet, um zu sehen, wie sich das auswirkt. Vor allem wollte ich aber während der drei Wochen so gut wie keine Kohlenhydrate zu mir nehmen. Daher gab es bei mir auch weder Smoothies noch Säfte, wie es sie sonst oft beim Detoxen eingesetzt werden, da in Obst einfach zu viel Zucker enthalten ist. Das Ganze ist im Prinzip gleichzeitig ein guter Start für eine Zuckerentwöhnung, von dem wir ja alle viel zu viel zu uns nehmen. Das hat während der drei Wochen wirklich gut bei mir funktioniert!

Gab es denn Momente, wo Sie am liebsten aufgegeben hätten?

 Nein, denn ich hatte ja ein festes Ziel vor Augen und wusste, ich muss jetzt diese drei Wochen durchziehen. Tag zwei bis vier war tatsächlich etwas schwierig, da kam doch die Lust auf etwas Richtiges zum Essen. Danach wurde es immer leichter und vor allem die Lust auf Süßes oder auch die Heißhungerattacken haben vollständig nachgelassen. Ich habe da ein paar zusätzliche Tricks und dann ist das auch erledigt.

Wie sehen diese Tricks denn aus?

Ich bin ein wirklich großer Nussfan. Aber bevor ich schwach werde und die Tüte aufreiße, trinke ich einfach einen halben Liter Wasser und esse im Zweifel noch ein paar Stücken Rohkost. Das füllt den Magen und bringt einen weg von dem Verlangen. Spazierengehen geht auch und lenkt sehr gut ab. Denn eigentlich geht es vor allem darum, seine Gedanken zu fokussieren. Meist ist es gar kein körperliches Verlagen, sondern eher ein mentaler Wunsch nach zum Beispiel einem Stück Schokolade. Dies Wünsche und Gedanken lassen sich umleiten.

Welche Resultate haben Sie jetzt nach den 21 Tagen feststellen können?

 Ich habe mich vorher nicht gewogen, weil es mir nicht ums Gewicht ging. Aber natürlich habe ich an Gewicht verloren, schätzungsweise vier Kilo. Auf jeden Fall passt mir meine Sommergarderobe wieder und ich fühle mich einfach wieder leichter und wohler. Ein weiterer Aspekt war, dass ich ca. 25 Prozent weniger Schlafbedarf hatte als sonst, mich aber trotzdem gleichzeitig viel frischer und fitter fühlte. Der Schlaf war auch viel ruhiger und intensiver während des Fastens. Die Qualität des Schlafes erhöht sich, unter anderem, weil die Verdauung nachts nicht mehr so viel arbeiten muss. Sport habe ich fast normal weitergemacht. Ich fahre morgens und abends jeweils 45 Minuten Fahrrad zur Arbeit und wieder zurück. In der Mittagspause geht es dann ins Fitnessstudio: Eine Stunde Cardio auf dem Crosstrainer und danach noch eine halbe Stunde Krafttraining. Zwischendurch habe ich allerdings gemerkt, dass meine Kraft nachließ. In dem Zeitraum habe ich mich auf die eine Stunde Ausdauer beschränkt. Nach ein paar Tagen kam dann erstaunlicherweise die Energie wieder und war fast auf dem Level wie zu Beginn der Detox-Kur.

Wie lange darf man so eine Fastenkur machen?

 Da gibt es ja zahlreiche Expertenstimmen und Meinungen zu. Ich finde, das Wichtigste ist, auf seinen eigenen Körper zu hören und die Signale ernst zu nehmen. Wenn einem das Fasten nich mehr gut tut und das Kraftlevel unten ist, sollte man diese Grenzen erkennen und dementsprechend die Ernährung wieder anpassen. Aber das muss jeder selbst für sich ausloten.

Wie geht es jetzt bei Ihnen weiter?

Ich will auf jeden Fall in abgechwächter Form die Detox-Ernährung beibehalten. Rohkost soll ein großer Bestandteil meiner Ernährung bleiben, aber natürlich wieder mehr in alltagstauglicher, gesunder und vor allem ausgewogener Form. Sportlich Ziele habe ich auch so einige. Unter anderem will ich im März am Jerusalem-Marathon mit Joey teilnehmen und außerdem gerne mal einen Halbmarathon barfuß ohne Schuhe laufen. Aber heute freue ich mich erst einmal – nach 21 Tagen – auf ein warmes, vollwertiges Abendessen und ein Glas Wein dazu!


  • Über den Autor:

    Andreas Ewald Andreas-Ewald

    Der 37-jährige Ausnahmesportler und Geschäftsführer einer Werbeagentur ist bekannt für seine Abenteuerlust. Zuletzt hat er gemeinsam mit seinem Freund, dem Musiker Joey Kelly, 441 km für Stern TV durch die Wüste in Namibia zurückgelegt. Täglich trainiert er 2h in den Disziplinen Laufen, Radfahren und Krafttraining.