Tofu, Tempeh, Trallala: Aussagen auf dem Prüfstand

Die Sojabohne wird immer wieder heftig kritisiert. Sie beeinflusse angeblich die Fruchtbarkeit, beschleunige das Wachstum von Krebszellen, löse allergische Reaktionen aus.
Viele Texte beziehen sich auf Studien, die eindeutige Beweise liefern sollen. Wer allerdings etwas genauer hinschaut, vermisst hinter den reißerischen Aussagen oft die belegbaren Fakten. Wir haben einige fundierte Tatsachen für Sie zusammengetragen.
Die Sojabohne ist unter den Hülsenfrüchten das, was beim Getreide der Weizen ist. Sie gilt als die am stärksten veränderte Hülsenfrucht. Vom Ursprungsprodukt ist die heutige Pflanze weit entfernt. Ihre Ertragsstabilität verdankt sie der Forschung.

6 Fakten über die Sojabohne

Fakt 1: Die weltweite Anbaufläche für Soja ist so groß, dass Deutschland dreimal hineinpasst – über 90 Millionen Hektar.

Fakt 2: Rund 80 Prozent des weltweit angebauten Sojas landen als Futtermittel in den Trögen der Tierindustrie.

Fakt 3: Der Anbau von Gen-Soja ist in der EU verboten. Der Import von Tierfuttermitteln mit Gen-Soja nicht. Über Fleisch, Käse und Eier kann also auch genmanipuliertes Soja auf dem Teller landen.

Fakt 4: Ein in der Sojabohne enthaltenes Eiweiß ist dem Allergen von Birkenpollen sehr ähnlich. Es kann zu einer Kreuzallergie kommen.

Fakt 5: Die American Heart Association bezweifelt, dass Sojaprodukte einen positiven Effekt auf Wechseljahrsbeschwerden haben. Die enthaltenen Isoflavone (hormonähnliche Stoffe) seinen nicht aktiv genug, um z.B. Hitzewallungen abzumildern.

Fakt 6: Bei der Frage, ob Sojaprodukte das Brustkrebsrisiko bei Frauen fördern oder senken, kommen verschiedene Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen. Eine eindeutige Aussage ist daher (noch) nicht möglich.

Man kann also sagen, dass ein maßvoller Soja-Konsum – je nach gesundheitlicher Verfassung – wohl eher positive als negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Allerdings sind wir weiterhin auf die Forschungsarbeit angewiesen, damit wir in Zukunft zu eindeutigen Aussagen gelangen.