Die Aubergine soll Ohnmacht hervorrufen und Rauchern dank ihres Nikotin-Gehalts die Glimmstängel abgewöhnen können. Auch gegen Rheuma, Nierenleiden und Krebs werden ihr heilende Kräfte nachgesagt. Der ultimative Test, ob sie auch zu magischem Feenstaub getrocknet werden kann, steht allerdings noch aus. Trotzdem klingt’s toll, was man so liest über die Pflanze, die aus botanischer Sicht eine Beere ist.

Auberginen als Ersatz für Zigaretten – und was haben Eier damit zu tun?

Erst mal zum Nikotin-Mythos: Es stimmt, in manchen Nachtschattengewächsen ist der Stoff nachweisbar, auch in der Aubergine. Doch wer jetzt schon glänzende Augen bekommt, wird leider enttäuscht: Der Nikotin-Gehalt in der Aubergine ist verschwindend gering. Trotzdem ist natürlich nichts gegen den regelmäßigen Verzehr der lila Eierpflanze einzuwenden. Dieser Name ist übrigens ein Hinweis auf die Ur-Aubergine. Die war nämlich klein, rundlich und weiß.

Aubergine – vom ungenießbaren Gemüse zum Allround-Talent

Und wenn sie vielleicht doch keine Zauberkräfte hat, so wissen wir heute wenigstens, dass sie total lecker ist – bis ins 19. Jahrhundert galt sie nämlich als ungenießbar. Und sehr vielfältig. Zwar sind die wenigsten Sorten roh essbar, aber für alle sonstigen Zubereitungsarten ist das charmante Gemüse jederzeit zu haben. Ein veganes Gericht, das man mal probiert haben sollte, kommt aus der Türkei und heißt übersetzt etwa „Der Imam war entzückt“. Was ihn so entzückt hat, ist eine in Olivenöl geschmorte, mit Gemüse gefüllte Aubergine – mmhhh!

Die wählerische Aubergine sucht sich ihre Freunde genau aus

Die Aubergine ist eigentlich ein recht umgängliches Gemüse. Sie kann aber auch anders. Nämlich wenn Tomaten und andere Gesellen ihr auf die Pelle rücken, die hemmungslos Ethylen ausdünsten. Dieses Reifegas mag den anderen nützlich sein, die Aubergine wird davon runzlig und unansehnlich. Und so möchte sie ihrem zukünftigen Verspeiser bestimmt nicht unter die Augen treten. Glatt, straff und glänzend sieht die ideale Aubergine aus – zumindest bis sie verarbeitet wird.