Fleischiges Dickerchen und Marilyn Monroe mit luftigem Rock

Portulak und Postelein werden häufig für dieselbe Pflanze gehalten. Dabei sind sie nur entfernt miteinander verwandt. Wir haben mal geschaut, wo ihre Unterschiede liegen – und was sie verbindet.
Portulak und Postelein gehören zur Ordnung der Nelkenartigen. Und sie sind grün. Das sind die Germeinsamkeiten. Da die Liste der Unterschiede eindeutig mehr hergibt, lohnt es sich, beide Pflanzen einmal näher zu betrachten.

Portulak liebt die wärmende Sonne

Portulak (Portulaca oleracea) kennen Sie vielleicht auch unter dem Namen Sommer-Portulak oder Gemüse-Portulak.

Er hat fleischige, verdickte und etwas eiförmige Blätter. Seine Blüten sind gelb.
Portulak mag es warm und gemäßigt – also keine Extreme in die eine oder andere Richtung.
Die jungen Blätter haben einen frischen, säuerlich-nussigen Geschmack und sind leicht salzig. Nach der Blüte werden die Blätter bitter.

Postelein mag es gern kühl

Postelein (Claytonia perfoliata) hat tellerförmige Blätter, durch deren Mitte der Stiel „durchstößt“ und kleine, weiße oder rosafarbene Blüten ausbildet. Das sieht ein wenig aus wie ein aufgewehter Rock à la Marilyn Monroe. Vor der Blüte ähneln die Blätter eher unfertigem Gingkogrün.

Postelein wird auch Winter-Portulak, Tellerkraut oder Kuba-Spinat genannt. Seine Heimat ist der Westen Nordamerikas, mittlerweile ist der Weltenbummler auch in Mittel- und Westeuropa ansässig.
Seine Blätter schmecken ähnlich wie Feldsalat. Auch sie sind vor der Blüte am schmackhaftesten.

Portulak und Postelein selbst anbauen

Trotz der Unterschiede haben Portulak und Postelein doch noch eine wichtige Gemeinsamkeit: Sie sind unheimlich lecker! Die jungen Blätter des Portulak sind eine köstliche Zutat für Rohkost-Salate, als Beilage oder als Topping auf einem Rohkost-Gericht. Vom Postelein können Sie die jungen Blätter, Stängel und Blüten sehr gut roh essen.

Wenn Sie sich nicht auf das wilde Angebot der Natur verlassen möchten, bauen Sie Ihren Wildsalat einfach selbst an! Portulak säen Sie im Mai an einem sonnigen Plätzchen aus. Das kann ein Beet oder auch ein Topf sein. Bis zur ersten Ernte dauert es nur etwa 4 bis 6 Wochen.

Postelein fühlt sich bei Temperaturen unter 12°C am wohlsten. Säen Sie ihn von Oktober bis März an einem geschützten, halbschattigen Standort auf dem Balkon oder im Garten aus. Auch ein Gewächshaus eignet sich gut. Nach ca. 8 Wochen können Sie das erste Mal ernten.