Die Tage werden früher dunkel, die Sonne zeigt sich immer seltener – und wir? Wir werden müde, träge und das Bildnis der super sexy Bikinifigur verblasst Stück für Stück. Doch bevor sich unser Kopf auf den finalen Winterblues einstellt, durchläuft unsere Psyche im Laufe des Herbst einen melancholischen Prozess. In dieser tristen Zeit fordert unser Innerstes nach angenehmen Gefühlen. Und was könnte sich besser anfühlen als Essen? Genau: Nichts. Nicht ohne Grund spricht man vom so genannten „Mood Food“. Ganz gleich, ob es der warme Milchreis von Oma ist oder die Tafel Schokolade nach einer Trennung – zum Mood Food zählt all das, was der Seele gut tut. Besonders in der kalten Jahreszeit wir dieser Seelenbalsam benötigt.

Nicht jeder braucht das

Shira Gabriel, eine Wissenschaftlerin der New York State University, ermittelte, dass nur diejenigen Mood Food bevorzugen, die für soziale Bindungen empfänglich sind. Sobald es privat brenzlig wird, bevorzugen diese Personen den familiären Rückzugsort. Bei den meisten Familien handelt es sich hierbei um die Küche. Zusätzlich zu diesem traditionellen Aspekt, kommt ein evolutionärer Ansatz hinzu.

Ähnlich wie im Tierreich braucht der Mensch instinktiv in der kalten und dunklen Jahreszeit mehr Energie. Evolution orientiert sich nicht an Geschmackslust, sondern an dem, was das Überleben sichert. Im Falle der Energieversorgung handelt es sich dabei um Kohlenhydrate. In der warmen Jahreszeit hingegen sind es eher Proteine.

Schlank im Schlaf?

Auch der Mythos „Schlank im Schlaf“ findet prinzipiell in der Evolution seine Begründung und erklärt zudem, warum wir im Winter mehr Hunger haben. Im Winter benötigt der Körper mehr Schlaf – in den wenigsten Fällen können wir diesem Schlafbedürfnis nachgehen, da unserer Arbeit meist egal ist, ob Sommer oder Winter ist. Während des Schlafens produziert der Körper Leptin, ein Sättigungshormon. Wer hingegen zu wenig schläft, fördert die Produktion von Ghrelin, dem Hungerhormon.

Was wir daraus schließen können?

Statt sich dem Winterblues hinzugeben und im Essen tröstenden Seelenbalsam zu suchen, konzentriert euch auf Dinge, die eurem Körper und eurer Seele gut tun. Esst gemeinsam, geht aus, macht trotz Antriebslosigkeit Sport und sorgt für genügend Schlaf – seit gut zu euch und eurem Körper.