Der weltweite Bedarf an Palmöl ist eine Katastrophe: Riesige Monokulturen von Ölpalmen verdrängen fruchtbaren Regenwald – den Lebensraum für Tier und Mensch. Und jetzt bekommt der Ruf nach weniger Palmöl auch noch einen ordentlichen Dämpfer: Denn laut WWF hätte ein Umstieg auf andere Pflanzenöle noch verheerendere Auswirkungen auf die Umwelt. Die einzige Lösung: Den eigenen Bedarf drastisch senken und auf Produkte verzichten, die Palmöl enthalten. Blöd nur, dass gefühlt auf jeder Zutatenliste Palmöl steht.

Palmöl durch andere Pflanzenöle ersetzen? Der Traum ist geplatzt

Palmöl ist allgegenwärtig. Es steckt in Süßigkeiten, Knabbersachen, Seifen, vielen Lebensmitteln, Waschmittel, Kosmetik und Biokraftstoff. Ein Wechsel von Palm- auf andere Pflanzenöle würde dem WWF zufolge der Bedarf an Anbauflächen enorm steigern. Soja-, Kokos-, Sonnenblumen- und Rapsöl sind nämlich bei Weitem nicht so ertragreich wie die Ölpalme. Diese liefert auf einem Hektar Fläche im Schnitt 3,3 Tonnen Öl-Ausbeute. Soja schafft auf der gleichen Fläche nur 0,4 Tonnen. Sehr ernüchternd.

Geld ist wichtiger als alles andere – und die Natur hat das Nachsehen

Laut WWF ist es zwingend notwendig, den Anbau der Ölpflanzen umwelt- und sozialverträglicher zu gestalten. Doch was so schön klingt, ist gar nicht so leicht. Denn Umweltbelange und die finanziellen Interessen der Akteure in Einklang zu bringen, ist eine riesengroße Herausforderung. Palmöl hat sich in der Lebensmittelindustrie nämlich zum wichtigsten pflanzlichen Öl gemausert. Es ist billig, lässt sich gut verarbeiten und ist laut WWF auch sehr gesund. Was wohl die vielen Tiere  und Menschen dazu sagen, die für unsere billigen Konsum ihr Zuhause verlieren?

Produkte ohne Palmöl – der Einzelhandel bietet viele Alternativen

Der Palmölbedarf der Deutschen beträgt laut WWF jährlich rund 1,8 Millionen Tonnen. Eine unvorstellbare Zahl. Aber: Für viele Produkte gibt es bereits palmölfreie Alternativen. Am Ende ist es wirklich eine Gewissensfrage. Wollen wir ein Teil der Veränderung sein? Dann müssen wir notgedrungen von unserem bequemen Konsumthron steigen und uns von der Illusion lösen, wir hätten mit alledem nichts zu tun.
Wir müssen nur wollen.