Yoga, Smoothies, selbst Rohkost Ernährung – all das wurde erstmalig in den USA als Trend wahrgenommen und schwappte von dort aus über den Ozean hinüber zu uns.

Nichtsdestotrotz hielt sich das Klischeebild des Softdrink- und Fastfood verzehrenden US-Bürgers hartnäckig. Umso erstaunlicher ist die Meldung der Finanznachrichtenagentur „Bloomberg“, dass sich die Amerikaner scheinbar gegen ihre geliebten Softdrinks entscheiden. 2016 wurde in diesem Jahr pro Kopf erstmalig mehr abgefülltes Wasser als Limonade getrunken.

Keine Lust auf Bleivergiftungen

Doch warum jetzt? Und wie konstant wird dieser Trend bleiben? Wie lange die Amerikaner ihren Softdrinks wohl abschwören, ist kaum abzuschätzen.

Das „Warum“ hingegen lässt sich leichter beantworten. In der Vergangenheit führten alte Wasserleitungen dazu, dass viele Menschen Bleivergiftungen erlitten. Die Konsumenten waren entsprechend gezwungen, abgefülltes Wasser zu kaufen, statt einfach aus der Leitung zu entnehmen. Bedenkt man, dass abgefülltes Wasser im Handel bis zu 2000 Mal teurer als das Wasser aus der Leitung ist, ist der bisherige Widerstand, Wasser im Handel zu kaufen, beinahe selbsterklärend.

Die Softdrink-Steuer im Kampf gegen die Fettleibigkeit

Auch politisch wird mittlerweile daran gearbeitet, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Bereits im Juni machte die US-Stadt Philadelphia damit Schlagzeilen, dass sie eine Steuer auf Limonade einführt. Damit wird ab dem 1. Januar 2017 eine Dosa Cola rund 18 Cent teurer. Während sich der Stadtrat entgegen der Kritik der Industrie für die Steuer von 1,5 Cent pro Unze, also rund 28,3 Gramm, für Getränke mit Zucker und Softdrinks mit dem „Light“-Label entschied, scheiterten in mehr als 30 anderen Städten und Staaten vergleichbare Pläne.

Betrachtet man die Statistiken, bleibt zu hoffen, dass die USA es bald schaffen, sich energischer für die Gesundheit ihrer Bürger stark zu machen. Schon 2014 veröffentlichte das Marktforschungsinstitut Gallup eine Studie in der sie den USA den höchsten, jemals gemessen Wert von 27,7 Prozent Anteil an fettleibigen Erwachsenen bescheinigte.